In Anlehnung an den Erfahrungsbericht über meinen Freiwilligendienst in Frankreich möchte ich über eine Problematik näher eingehen: Ich nenne es mal ganz sachlich -allerdings auch völlig abwegig- der Verschleiß.

Wie ihr bereits mitbekommen habt, verschwanden drei von vier Volunteers noch VOR dem ersten Halbjahr (Ich bin wohl der einzige, der bis zum Schluss -also ein ganzes Jahr- in der „Maison St. Roch“ bleibt). Entweder, die Freiwilligen wechselten das soziale Projekt oder sie flogen zurück in ihr Heimatland. Gründe gibt es dafür viele. Entweder in der Variante, wie bei Mario, die klar gegen den Freiwilligen sprechen, oder andererseits die Probleme vor Ort im Projekt. Ich denke, der Erfahrungsbericht hat das Meiste gut wiedergegeben. Die „Probleme vor Ort“ überwiegen aber, schließlich war Schnulli eine seltsame Ausnahme. Doch warum schreibe ich heute davon?

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Vorgestern verließen uns wieder zwei Erzieher. Zwei aus meinem Foyer Casèla, von denen ich fest davon ausging, das sie weitermachen. Denn: Sie hatten Autorität und konnten sich durchsetzen, was insbesondere in meinem Foyer mit den Immigranten und/oder Vorbestraften sehr schwierig ist. Ich merkte, sie waren engagiert und hatten Spaß an ihrer Arbeit. Und das wichtigste: Sie hatten keine Angst. Momentan herrscht nämlich gerade wieder Notstand und organisatorisch ist alles fürn Popo.

Martine (siehe Titelbild) und Rachid haben am Mittwoch gekündigt, stehen aber nicht alleine da. Wenn ich nur ‚mal Richtung „La Casèla“ schaue und auf die Zeit bis Oktober letzten Jahres zurückblicke, erinnere ich mich an 13 Erzieher und Erzieherinnen, die jetzt nicht mehr im Foyer arbeiten. Eine unglaublich hohe Zahl! Mein Foyer ist eine besondere Herausforderung, die anderen sechs Foyers in der „Maison St. Roch“ haben allerdings auch -hin und wieder- mit der Abwanderung zu kämpfen. Auch Christine, die inoffizielle Chefin des Foyers und meine nächste Ansprechperson, verließ die Maison vor zwei Wochen. Beim wöchentlichen Meeting am Dienstag erfuhren wir, okay, ab Freitag ist sie weg und Carène wird ihre Nachfolgerin. Holter die Polter… und dann waren Direktor UND Alain, der Chef für das JEI-System, im Urlaub.