Die Tagesschau, Bild.de und der Tagesspiegel haben die meisten Rechtschreibfehler. Das ist das Ergebnis meiner Untersuchung von neun großen Nachrichtenmedien. Während bei Bild.de, Tagesspiegel.de, Tagesschau.de und Focus.de die jeweiligen Startseiten Fehler enthielten, dafür ihre Leitartikel aber fehlerfrei blieben, war es bei der Frankfurter Allgemeinen, der Süddeutschen und bei der ZEIT genau umgekehrt. Bei ihnen gab es lediglich Rechtschreibfehler in der Meldung „Nr.1“. Komplett fehlerfrei waren hingegen nur Spiegel Online und die Welt.

„Get it first, but first get it right“

Diesen Fakt könnte man weitaus plakativer aufbauschen; so schlimm ist es allerdings doch nicht! Maximal zwei Fehler wurden im Leitartikel oder auf der Startseite entdeckt (siehe Tabelle!). Trotz dessen sind Rechtschreibfehler für Leser nervig, für den Autor peinlich und für jeden Chefredakteur unverständlich. Renommierte Nachrichtenmedien dürfen sich keine Fehler erlauben, trotz des geforderten Tempos. Es gilt nicht nur inhaltlich der journalistische Grundsatz: „Get it first, but first get it right.“

Deshalb sei die Frage berechtigt, weshalb es überhaupt zu Rechtschreibfehlern kommt? Sie sind unnötig, klar! Aber auch aus technischen Gründen dürfte es eigentlich zu keinen Fehlern kommen. Mal abgesehen von den redaktionsinternen Mechanismen, bei denen Fehler durch die Kollegen redigiert werden (so das Idealbild), bieten OpenOffice, Microsoft Word und sogar viele Content-Management-Systeme (mit denen die Verlage online arbeiten) eine eingebaute Rechtschreibprüfung an. Tippfehler wie „Mitinitator“ (FAZ), „Südfrikanisches“ (Focus) oder „Konkurentin“ (Tagesschau) werden sofort rot unterkringelt.

Rechtschreibfehler in Nachrichtenmedien

UPDATE [Januar 2011]:  Leider hat diese Tabelle den Serverumzug nicht überstanden.

Die Startseiten sowie die Leitartikel der jeweiligen Nachrichtenmedien wurden am Vormittag des 27.02.2010 mit der OpenOffice-, MS Word 2007- und der Duden-Rechtschreibprüfung kontrolliert.

Tippfehler gehören bei der Masse an Informationen, die man als Journalist verarbeiten muss, zur Tagesordnung. Bei der Publikation sind sie jedoch völlig fehl am Platze! Wer keinen Duden zur Hand hat, kann seinen Text auch kostenlos über die Online-Rechtschreibprüfung des Dudenverlags korrigieren lassen. Die Textmenge ist auf 1600 Zeichen (~ eine halbe DIN A4-Seite) begrenzt, grundsätzlich aber ohne Einschränkungen verwendbar. Egal welche Rechtschreibprüfung verwendet wird, mittels copy&paste dauert der Vorgang keine halbe Minute. Ausreden für Rechtschreibfehler gibt es nicht.