Als Webseitenbetreiber kann man unglaublich viel über den Besucher herausfinden, ohne dass der Besucher überhaupt nur ein einziges Wort eingetippt hat. Alle Internetbrowser geben bereitwillig Nutzerdaten weiter. Das ist im Grunde genommen keine Neuigkeit. Welches Betriebssystem und welchen Internetbrowser nutzt der Besucher? Win7 mit Firefox, XP mit dem Internet Explorer oder Apple mit Safari? Über welchen Provider geht er ins Internet? Über Alice, Vodafone oder doch lieber über die Telekom? Auch Informationen über die Bildschirmauflösung werden verraten. Verwendet der Besucher einen Breitbild-Monitor? Des Weiteren hinterlässt der Besucher weitere Spuren, so z.B., auf welchen Seiten er genau war. Welchen Artikel hat er sich wie lange angeschaut, wie lange blieb er überhaupt auf der Website, ist der Besucher später wieder auf die Website zurückgekehrt? Was hat er dann gemacht? Interessanter wird es, wenn die IP-Adresse den Ursprungsort verrät. Zwar wird nicht die Straße bekannt gegeben, aber immerhin verraten die Internetprovider meist die Stadt, aus der die IP-Adresse stammt.

Datenschützer: Google Analytics ist illegal

Die Webmaster unter Ihnen sind im vergangenen Absatz vermutlich kurz eingenickt. Doch diese Analysemöglichkeiten über die Serverprotokolle oder kleine JavaScripts (z.B. Piwik oder Google Analytics), die direkt in die Website eingebaut werden, beschäftigen derzeit die Experten. Erst gestern sagte der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix, dass der Einsatz von Google Analytics in Deutschland illegal sei. Seine These: Die gesammelten IP-Adressen würden in die USA geschickt werden, was nach deutschem Recht nicht erlaubt sei. Eigentlich war es sein Kollege Johannes Casper aus Hamburg, der schon vor zwei Wochen den Stein ins Rollen brachte. Das Web-Tracking-Programm sei in der derzeitigen Form nach deutschem und vermutlich auch EU-Recht gesetzeswidrig. Dabei bieten die bereits genannten Webanalytics Piwik und Google Analytics sowohl einen IP-Anonymizer als auch ein Opt-Out-Plugin an, womit die IP-Adresse selbst für den Website-Betreiber verschleiert wird. Erst dadurch steht der Webmaster auf der sicheren Seite… gegenüber seinen Besuchern und natürlich auch dem Datenschutz.

Google und Suchbegriffe

Mal abgesehen von den rechtlichen Schwierigkeiten (was die IP-Speicherung betrifft) sind die Referrers (neben den wichtigen Besucherzahlen) mit am Interessanten bei den Webanalytics. Woher kommt Besucher? Wie hat er von diesem einen Artikel erfahren? Hat ein Kollege oder Freund über mich geschrieben? Denn auch das verrät der Internetbrowser. Wird mein Artikel z.B. bei BildBlog mit einem Link erwähnt und der Besucher klickt darauf, erfahre ich davon in meinen Serverprotokollen. Ähnlich verhält es sich mit den Suchergebnissen. Die Suchmaschinen verraten dem Webseiten-Betreiber, über welchen Suchbegriff die Besucher zu der Website fanden. Und das kann einem als Webmaster teilweise zum Schmunzeln bringen. Eine kleine Auswahl kurioser Suchbegriffe, über die Besucher (alleine in den vergangenen Tagen) auf Rockbär.de gelangt sind:

  • rindfleisch köfke essen (Suchergebnis-Platz 7)
  • abendzitate (Platz 2)
  • bären infos zum ausdrucken (Platz 2)
  • Kunduz Süden (Platz 1)
  • dokumentation kunduz (Platz 3)
  • artikel über mein abnehmen (Platz 1)
  • blu twitter client (Platz 8 )
  • echo moderatorin (Platz 3)
  • heine einkaufsläde (Platz 4)
  • paris das haar sitzt (Platz 2)
  • funf schwierigkeiten beim schreiben der wahrheit (Platz 8 )
  • gute dokumentationen über soldaten (Platz 1)

In diesem Sinne: wer suchet, der findet! ;-)