TinyURL und bit.ly machen es als wohl häufigste Vertreter bei Twitter vor: Die Kurz-URL-Dienste reduzieren eine lange URL auf nur wenige Zeichen, und: sie sind notwendig und unentbehrlich. Bei 140 Zeichen pro Tweet ist jeder Freiraum Gold Wert. Website-Betreiber können sich allerdings selber einen Kurz-URL-Dienst einrichten. Der Kurz-Link enthält die eigene Domain und wirkt dadurch seriöser und persönlicher (Beispiel: http://go.rockbär.de/RSZ ). Außerdem ist dieser Shortlink auch immer ein Stück weit PR für die eigene Website oder das Projekt. Aus Anlass meines 50000. Klicks (siehe Screenshot) möchte ich in diesem Artikel eine Möglichkeit mit YOURLS demonstrieren. Diesen Kurz-URL-Dienst nutze ich seit einiger Zeit. Installation, Einrichtung und Verwaltung sind einfach und klar strukturiert. Wer WordPress als CMS benutzt, kann auch noch ein praktisches Plugin verwenden. Was mir an dem YOURLS-Projekt gut gefällt, ist die Tatsache, dass sich die Programmierer Ozh Richard (Frankreich) und Lester Chan (Singapur), aber auch die Community um technische Probleme kümmern. Des Weiteren kann der URL-Shorter auch für die öffentliche Nutzung freigeschaltet werden. Sprich: Jeder kann eine Kurz-URL über Ihren Dienst und Ihre Website erstellen. In den meisten Fällen dürfte diese Funktion aber nicht sinnvoll sein. Sie ist standardmäßig deaktiviert. Natürlich können Sie mit YOURLS auch Statistiken einsehen, wie häufig Ihr Shortlink angeklickt wurde.

Der eigene Kurz-URL-Dienst

Die Systemvoraussetzungen für YOURLS sind äußerst gering, das Skript dürfte mit den meisten Webseiten problemlos laufen: PHP 4.3 und MySQL 4.1 sind erforderlich. Des Weiteren müssen Sie eine .htaccess erstellen können und mod_rewrite muss verfügbar sein. Es wäre außerdem sinnvoll, eine Subdomain für den Kurz-URL-Dienst einzurichten. In meinem Fall habe ich „go“ als Subdomain für den Dienst eingerichtet (Beispiel: http://go.rockbär.de/RSZ ). Nach Download und Installation von YOURLS 1.5 können Sie sofort loslegen. Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Über die Startseite geben Sie eine lange URL und rechts daneben die gewünschte Kurzform ein. In meinem Fall nehme ich immer 3 Großbuchstaben. Damit können 17.576 Link erstellt werden (26x26x26). Das reicht erstmal aus! Das Feld für das Kürzel kann aber auch freigelassen werden. Danach klicken Sie auf „Shorten The Url„, und fertig! Noch einfacher, aber vor allem praktischer wird es mit den Tools (im Admin-Menü oben links zu finden). Wenn Sie einen der Buttons (ich verwende immer „Custom Shorten“) in die Favoriten/Bookmarks/Lesezeichen Ihres Internetbrowsers ziehen, können Sie jede beliebige Website mit nur einem Klick zu einem Shortlink machen. Sie müssen also nicht immer die Admin-Page aufrufen, nur um eine Short-URL zu erstellen.

WordPress-Plugin

Das YOURLS-Plugin ist die ideale Verbindung von WordPress zum YOURLS-Script und auch zu Twitter. Shortlinks werden hierbei automatisch erstellt, sobald ein Artikel veröffentlicht wird. Besonders praktisch ist die zusätzliche Anbindung an Twitter. So kann automatisch ein Tweet (natürlich mit dem eigenen Shortlink) versendet werden, sobald der Artikel online ist. Für Ihr WordPress-Theme können Sie diesen Code einbauen:

<?php $key="yourls_shorturl"; echo get_post_meta($post->ID, $key, true); ?>

Machen Sie Ihren Short-Link auch im Artikel bekannt. Sollten Sie Facebook- und Twitter-Buttons verwenden, dann nutzen Sie den Shortlink als Link-Quelle. Über der Überschrift dieses Artikels sehen Sie die Kategorie „Technik“, rechts davon einige Buttons. An fünfter Stelle befindet sich mein Hinweis für den Shortlink. Klicken Sie darauf, erhalten Sie den Link. Das ist nur eine von vielen Möglichkeiten, den Shortlink auch innerhalb der WordPress-Website bekannter zu machen. Im HTML-Header sollten Sie folgenden Eintrag erstellen:

<link rel="shortlink" href="SHORT-URL">

Im Eintrag HREF kommt selbstverständlich der eigentliche Kurz-Link hinein. Verwenden Sie dazu den obigen PHP-Code für das WordPress-Theme. Da die Short-URL aber nur für Seiten und Artikel erstellt wird, sollten Sie eine if/else-Klausel einführen, damit z.B. die Startseite keinen leeren Wert enthält. Sollten Sie den Short-Link im Artikel-Theme als reinen Link darstellen (z.B. unter dem Artikel), dann ergänzen Sie den a-Link-Tag um:

rel="nofollow"

Denn der Shortlink ist ja lediglich eine Weiterleitung zur selbigen Internetseite. Ohne Nofollow-Eintrag könnte dies für die Sucheinträge bei Google & Co negative Auswirkungen haben.

Gefahren und Sicherheitsrisiken

Trotz all der Euphorie sollte man unabhängig vom eigenen Shortlinker generell keinem Kurz-URL (bei twitter und co) trauen. Das klingt möglicherweise etwas nach Paranoia. Die gewisse Sorge ist in Zeiten, in denen alle blind die Kurz-URLs anklicken, aber berechtigt: Im Jahr 2009 wurde der URL-Shorter cli.gs gehackt. Damals wurden über 2 Mio Links auf eine andere Website umgeleitet. Die möglichen Gefahren, die sich daraus ergeben, sind mannigfaltig. Das bedeutet: Selbst wenn ein seriöser Twitter-Account oder einer Ihrer Freunde einen Link in Kurzform posted, bedeutet das noch lange nicht, dass hinter dem Shortlink DIE Seite steckt, die im Tweet vorgegeben wurde zu sein. Weitere Informationen über die Risiken von Kurz-URL-Diensten können Sie bei Teltarif, kes und Wikpedia nachlesen. Das Problem mit den Sicherheitsrisiken haben auch die Kurz-URL-Dienste erkannt, und so bietet beispielsweise TinyURL die Möglichkeit einer Vorschau an. Die normale Verlinkung zu dieser Rockbär.de Website wäre http://tinyurl.com/5v9j7zr. Beim Klick auf diesen Link gerät man sofort zu www.Rockbär.de. Möchten Sie Ihren Followern (wenn wir jetzt Twitter als Beispiel nehmen) die Chance lassen, den Link zu überprüfen, können Sie die Preview-Version anbieten: http://preview.tinyurl.com/5v9j7zr. Der Nachteil: Weitere acht Zeichen gehen für den Link drauf. Sollte TinyURL auch noch durch Hacker gekapert werden, ist diese Funktion komplett hinfällig. Welche Website hinter einem Shortlink tatsächlich steckt, können Sie mit LongURL überprüfen. Geben Sie dort die Short-URL ein, und LongURL verrät Ihnen, wohin der Link führt. Leider funktioniert dieser Service nicht für IDN-Umlautdomains (wie hier auf www.rockbär.de). In den allermeisten Fällen sind die Short-URL-Dienste aber überprüfbar. Auch YOURLS bietet für die eigene Installation eine Preview-Funktion an.

Fazit

Nutzen Sie, nicht nur für die eigenen Artikel und die eigene Website, einen Kurz-URL-Dienst wie YOURLS! Sie können damit jeden beliebig langen Link zu einem Shortlink verwandeln. Zeitgleich werben Sie mit Ihrem Domainnamen und Ihrer Marke.