Nach mehr als 3 Jahren werde ich TRAXY.de im April 2014 einstellen.

Mit tollen Premiumkunden wie der Radiozentrale, dem Hessischen Rundfunk, Antenne Bayern, den Lokalrundfunktagen, RADIOSZENE.de und einigen anderen, mit Live- und Print-Interviews sowie Erwähnungen u.a. im Deutschlandfunk, bei Musikmarkt, dem Medienmagazin von radioeins (rbb) und „Was mit Medien“, bei W&V, Horizont und turi2, in Diplom- und Masterabreiten, aber auch als reine Quellenangabe in den zahlreichen Pressemitteilungen (z.B. „KRONEHIT Nummer 1 der deutschsprachigen Radiosender auf Facebook“, „Ö3 hat jetzt über 300.000 Facebook-Fans“ oder nach jeder Media-Analyse der Radiosender), mit Anfragen als Dozent für Workshops, Vorträge oder Podiumsdiskussionen tätig zu werden (z.B. für Eurosport, die BayMS, den VPRT, eGovernment Summit, radiocamp oder den Bayerischen Rundfunk) oder Teile der programmierten Skripte zu verkaufen (z.B. für business-on.de oder meistertipp.de) hatte sich TRAXY.de schnell einen Namen gemacht und erfreut sich noch immer großer Beliebtheit.

TRAXY.de

TRAXY.de

Alles startete, als ich im Februar 2011 eine Internetseite programmierte, die sich lediglich die Facebook-Fan- und Twitter-Follower-Zahlen der deutschen Radiosender anschaute – klein und schick alles auf einer Seite. Zunächst aus eigenem Interesse: Wie gut stehen die einzelnen Sender da? Gibt es Auffälligkeiten zwischen großen und kleinen Medien? Wer führt eigentlich die Charts an? Sind die Öffentlich-Rechtlichen besser positioniert als die Privaten? Nicht nur ich fand das spannend, die Rückmeldungen in der ersten Zeit waren gigantisch. Viele motivierten mich: Nimm doch noch Österreich und die Schweiz auf! Wie wär’s mit den Fernsehsendern und den Zeitungen? Geht das alles noch differenzierter?

TRAXY.de

TRAXY.de

Ab Mai 2011 begann ich, die neue Website TRAXY.de zu programmieren, die schließlich im Februar 2012 online ging. Die lange Zeit dazwischen lässt sich auch damit erklären, dass ich die Website immer „nebenbei“, immer neben meiner hauptberuflichen Arbeit (vor allem) als Nachrichtenredakteur und -sprecher sowie den zahleichen anderen kleinen und größeren Jobs als Dozent verstanden habe. Abgesehen davon war TRAXY.de „eine Fleißarbeit“, wie es ein Radiokollege (jetzt beim WDR) formulierte. Alleine die Recherchearbeit samt Eingabezeit in Datenbank und Website beläuft sich auf mindestens 10 Minuten pro Medium (~ 400 Arbeitsstunden nur für diesen Part!). Aktuell werden täglich 2.066 deutschsprachige Medien mit insgesamt 51.815.737 Facebook-Fans und 10.742.359 Twitter-Followern analysiert, darunter 421 Fernsehsender, 490 Radiosender, 80 Zeitschriften, 648 Zeitungen und 19 Online-Medien sowie 408 SocialMedia-Kanäle (z.B. die „Tagesschau“ oder „TV Total“) aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Ich behaupte, jeder Geschäftsführer und Chefredakteur im Medienbereich sowie die Entscheidungsträger im Marketing, Verkauf und der Medienforschung kennen meine Website und ein Großteil von ihnen nutzt sie sogar regelmäßig. Das kann ich an den Rückmeldungen der letzten Jahre, an den vielen persönlichen Gesprächen bei Schulungen, Fortbildungen und Events (wie dem Deutschen Radiopreis, der Re:publica und bei Radiokongressen), aber auch an den Statistiken mit täglich hunderten, teils tausenden unique Visits ablesen.

TRAXY.de

TRAXY.de

Trotzdem muss sich solch eine Website finanzieren, weshalb wir zur Kehrseite der Medaille kommen: Die mehrmonatige Vorbereitungsphase für die Website, die ich komplett alleine programmiert, gestaltet und organisiert habe, der alltägliche Betrieb mit all den typischen Wartungsarbeiten einer solch großen Website, die vielen redaktionellen und technischen Aktualisierungen (Chefredakteur XY schreibt, sie seien jetzt auch bei Twitter… oder die Sicherheitsupdates der verwendeten Plugins), die vielen Anfragen und die technischen Kosten können durch die im Verhältnis gesehen wenigen Zahlungswilligen nicht kompensiert werden. Eine paradoxe Situation! So schade es ist, mein Versuch mit einem Freemium-Modell ein ausgewogenes Gleichgewicht zu schaffen, in der viele Bereiche eingeschränkt, dafür kostenlos zur Verfügung stehen, Premiumnutzer hingegen einen vollständigen Zugriff im Webbereich inklusive der kompletten Datenbank über eine API-Schnittstelle erhalten, ist mir nicht gelungen.

Eine Konsequenz könnte sein, alles kostenpflichtig zu machen. Das ist und war nie meine Intention und führe in die falsche Richtung. Eine reine kostenlose Seite ist aus meiner Sicht nicht zu bewerkstelligen; erst recht vor dem Hintergrund, dass ich mich wegen der betriebsbedingten Kündigung meines Hauptarbeitsplatzes kurzfristig und schon ab Februar umorientieren muss (das nur am Rande). Das Finanzierungsmodell von TRAXY.de war nicht willkürlich festgelegt, sondern erfolgte in Absprache mit Experten und war stets fair ausgelegt. Doch ich sehe eine Kostenloskultur, die auch hier nicht haltmachte. Das ist schade und das ist bedauerlich.

TRAXY.de

TRAXY.de

Nichtsdestotrotz war es eine schöne Zeit, die mir viele Kontakte und Aufträge verschaffte. Zeit zu gehen, wenn es am Schönsten ist – das habe ich verpasst. Dennoch ist es Zeit für einen Schlussstrich. Ich danke allen sehr, die mich finanziell und inhaltlich unterstützt haben. Ich sehe derzeit keine andere Möglichkeit mehr, als TRAXY.de im April, wenn die letzte reguläre Laufzeit eines Kunden endet, stillzulegen.

Mit besten Grüßen
Ihr Sebastian Pertsch