Fettes Brot weiß es wirklich, eine dicke Party zu schmeißen. Bei ihrem Auftritt in der Berliner Columbiahalle am 7. Februar 2014 setzten sie nicht nur auf Altbewährtes, sondern präsentierten auch einige ihrer neuen Stücke von „3 IS NE PARTY“. Das Album vom 1. November 2013 überraschte und irritierte zugleich, zeigt es doch, dass sich die erfolgreiche Hip Hop-Gruppe verändern kann. Die Lieder sind experimenteller und deutlich poppiger geworden. Das mag beim ersten Mal hören irritieren, spätestens bei der LIVE-Präsentation hat man sich überreden lassen, wie großartig die neuen Lieder geworden sind. Songs wie „Dynamit & Farben“, „Toten Manns Disco“, „Klaus & Klaus & Klaus“ und „Mein Gefühl“ heizen ordentlich ein und sind verdammt poppig, teils groovig geworden… und die Chöre „Wenn ich eine Party schmeiß, dann kannste kommen“ (aus „Kannste kommen“), „Tanz den dicken Griechen“ (im Lied „Kalte Füße“), „Hast Du schon mal einen Rapper geküsst?“ (in „KussKussKuss) und „Ich hab sie alle geliebt“ (in „Für immer immer“) bleiben für Jahre haften und sind schon jetzt designierte Evergreens.

Nicht wenige haben Fettes Brot mit „3 IS NE PARTY“ in den Blickwinkel von Deichkind gesetzt. Fair ist der Vergleich nicht, denn die Brote sind dem Hip Hop treu geblieben, versüßen ihre Songs lediglich mit ein paar neuen Leckerbissen, während Deichkind zwar auch gekonnte Mucke macht, aber trotzdem beim minimalistischen Elektropunk anzusiedeln bleibt. Mal abgesehen davon ist deren letztes Album auch schon wieder zwei Jahre alt; wobei Fettes Brot einen Abstand von 5 Jahren hatte, dieser aber – vermutlich wegen der vielen Songs und Auftritte – nicht so lange wirkt.

Fettes Brot legte bei ihrem Berlin-Konzert einen professionellen Auftritt hin; manchmal wirkte das ganze aber zu professionell, zu sehr einstudiert. Dem neuen Album wurde eine zweite CD mit Liveauftritten (u.a. von „Rock im Park“) beigelegt und wer in Berlin vor Ort war und die zweite Platte gehört hat, musste beim Auftritt unweigerlich feststellen, dass viele Parts einfach so übernommen wurden. Der Auftritt war gut abgestimmt, leider zu gut. Freiraum gab es keinen. Interaktionen, vor allem die spontanen mit dem Publikum waren zudem Mangelware. Man konnte sich nicht des Eindrucks verwehren, dass ihnen (wohlgemerkt beim letzten Auftritt ihrer Tournee) etwas die Puste ausgegangen ist und sie das Konzert schnell beenden wollten. Ein bisschen mehr als zwei Stunden, eine Zugabe, das war’s. Das war’s aber auch schon mit der Kritik, denn alles andere war fantastisch, wie Sie anhand der 6 nachfolgenden Videos, die ich selber aufnahm, entnehmen können: