Unterwegs im Internet zu surfen, ist seit Kurzem kein teures Vergnügen mehr. Die Provider haben die nächste Anbieterschlacht ausgerufen, und unterbieten sich alle paar Wochen. Mittlerweile gibt es sogar Tages-Flatrates, die einem UMTS schon ab 1,99 Euro versprechen. Das wäre -je nach Nutzung- günstiger als so manches Internetcafé. Monatliche Flatrates im Vertrag gibt es bereits ab 10 Euro. Die Geschwindigkeit, zumindest theoretisch, wäre damit schneller als manch eine Internetleitung in den eigenen vier Wänden. Sämtliche Handy-Provider bieten diese neue Form des Internets an: Zum einen als Ergänzung zum Vertrag, zum anderen als eigenständige Lösung mit einem UMTS-Modem. Die Stiftung Warentest hat hierzu in ihrer November-Ausgabe 2009 einen umfassenden Test durchgeführt. Ein Ergebnis war, dass das e-plus Netz (also auch MedionMobile, blau.de, EXPRESSmobil, simyo, Base, surf.GREEN) am langsamsten ist, T-Mobile „vorn“ liegt, dafür aber Vodafone über die „besten Internetverbindungen“ verfügt.

Gerade das e-plus Ergebnis habe ich zum Anlass genommen, um in der Landeshauptstadt Düsseldorf einige Tests vorzunehmen. An verschiedenen Orten habe ich je drei Geschwindigkeitsmessungen bei mehreren Speedtestern im Internet durchgeführt. Mein subjektives Gefühl der recht langsamen Funkverbindung bei e-plus konnte ich somit auch bestätigen: 460 kbit/s bei speedomat.de, 432 kbit/s bei umtsspeedtest.de, 301 kbit/s bei wieistmeineip.de (je an vier verschiedenen Orten in Düsseldorf und jeweils mit 3 Messungen, davon der Mittelwert). Die Werte waren somit noch schlechter als ich zunächst gedacht hatte: Im Durchschnitt kam ich auf eine Download-Geschwindigkeit von nur 300 kbit/s, also 37 Kilobyte pro Sekunde. Gemessen am theoretisch höchsten Datentransfer von 7,2 MBit/s von HSDPA Category 8 (der schnellsten UMTS-Technik) wäre das 24mal langsamer. Leider verfügt e-plus als einziger Provider lediglich über das langsame UMTS-Netz, das Höchstraten von nur 48 Kilobyte/Sek erlaubt. Doch trotz dieser lahmen Datenraten lagen die Messungen zusätzlich noch bei nur 77 Prozent des für e-plus möglichen. Das darf nicht sein!

Im Falle von MedionMobile (ebenfalls e-plus) reicht es beim Wechsel von der Prepaid-Tagesflat zur Prepaid-30-Tage-Monatsflat übrigens nicht aus, die APN von tagesflat.eplus.de zu internet.eplus.de zu ändern. Wer es dabei belässt, hat ein schnell leer gefegtes Guthabenkonto. Über die kostenlose Servicenummer 1155 muss die neue Option gebucht werden, bevor sie aktiv wird. Da jede Option eine Mindestlaufzeit von 30 Tagen besitzt, sollte man insbesondere bei der Tagesflat Acht geben. Verwendet man sie nur für einen Tag und hat noch Guthaben auf dem Konto, sollte die Option nach Buchung deaktiviert werden. Sollte dies nicht geschehen, wird für den Folgetag automatisch die nächste Tagesflat gebucht.

Als Ergänzung oder als eigenständige Lösung

Die optionale Surf-Flatrate als Ergänzung zu einem bestehenden Handy-Vertrag ist generell für diejenigen optimal, die das internet-taugliche Handy auch zum Surfen verwenden wollen. So richtig Spaß macht es aber meist erst mit Smartphones, die eine Tastatur oder doch zumindest ein großes Display anbieten. Zudem sind Smartphones auch leistungsstärker. Die schnellste Leitung nützt nichts, wenn das Handy ewig braucht, um eine Internetseite aufzubauen. Das zweite Klientel nutzt das mobile Surfen mit dem Laptop. Zwar gibt es immer mehr kostenfreie oder kostengünstige WLAN-Hotspots (Beispiele wären UNIs oder Cafés), doch an vielen Orten führt kein Weg am UMTS-Surfen vorbei.

UMTS Prepaid-Tagesflatrates

Die nachfolgende Liste wurde nach den Kosten sortiert, die pro Tag anfallen (beginnend mit dem günstigsten Angebot). Sie stellen demnach keine Rangliste über die „besten“ Angebote dar. Lesen Sie dazu auch die Pros und Contras in den Tabellen!

UPDATE [Januar 2011]: Leider hat diese Tabelle den Serverumzug nicht überstanden und ist nicht mehr erreichbar.

Stand der Tagesflatrates: 27.01.2010

Schnell ist anders

Die versprochenen 7,2 MBit/s werden hingegen kaum von einem Anbieter wirklich gewährleistet. Das sollte gesagt sein. Noch stärker als bei Internet-Anschlüssen daheim, variiert die Bandbreite beim mobilen Surfen sehr stark. Das haben zahlreiche Tests der Fachmagazine gezeigt. Deswegen steht meist auch im Kleingedruckten ein „bis zu“, womit immerhin lottoähnliche Chancen eingeräumt werden, dass die Höchstrate mal erreicht werden könnte. Gründe für die Varianzen gibt es viele. Zum einen sinkt der Empfang, je weiter man vom Sendemast entfernt surft und je mehr Hindernisse dazwischen liegen. Zum anderen teilt man sich häufig die gesamte Brandbreite mit anderen Kunden. Das wird zwar selten zugegeben; entspricht aber der Sachlage. Mit welchen theoretischen Ladezeiten Sie rechnen müssen, ersehen Sie weiter unten in der Tabelle.

Auf dem Land hat man noch Geduld

Rimini beach, 2005 (Foto: vanz)
Foto: vanz

Darüber hinaus sinkt die Übertragungsgeschwindigkeit deutlich außerhalb der Städte. Nach Schätzungen des Bundeswirtschaftsministeriums sind derzeit 2,4 Millionen Haushalte von der schnellen Internetverbindung abgeschnitten; über zwei Mio Haushalte auf dem Land, die weder per ADSL noch per Fernsehkabel über ein schnelles Breitband verfügen. Tollkühn hatte doch die Regierung angekündigt, dass bis Ende 2010 jeder Haushalt mit mindestens 1 MBit/s versorgt sein wird. Wir dürfen gespannt sein.

Alternativ steht jedoch auch ihnen das „schnelle“ Internet über das Mobilfunknetz zur Verfügung. Denn das Handynetz erreicht fast jeden Winkel Deutschlands, und das lässt sich nicht nur zum Telefonieren, sondern auch zum Internetsurfen zweckentfremden. Wie bereits erwähnt, surfen sie zwar langsamer als die Städter, doch die UMTS-Flatrates sind auch in GSM-Netzen gültig. Und in vielen Orten gibt es „Edge“. Dies ist mit bis zu 220 KBit/s zwar immer noch 32-mal langsamer als das schnelle HSDPA im UMTS-Netz, aber dafür 4mal schneller als GPRS im GSM-Netz oder 3mal schneller als über ein ISDN-Modem daheim. Nach „Breitband“ klingt das selbstverständlich nicht!

Vom Schwindel der Flatrates

Ein Blick in die AGB lohnt immer. Denn die so genannten „Flatrates“ sind meist keine Flatrates, sondern stark reglementiert. Ursprünglich bedeutet Flatrate: Ich bezahle pauschal einen festen Betrag, und bekomme so viel ich möchte. Ein „All You Can Eat“ der Daten! Das wird vielleicht noch beim Flatrate-Saufen in der Altstadt so gehandhabt. Aber gerade in der Technik kam es in den vergangenen Jahren zu einem inflationären Gebrauch des Begriffs. Das macht es nicht besser, aber dafür deutlich, dass sich offenbar keiner über das Hart-an-der-Grenze-Programm der Anbieter echauffiert.

pole (Foto: tuppus)
Foto: tuppus

Wer beruflich mobil surft oder generell viel hoch- und herunterlädt, sollte sich daher genau umschauen, und nicht von einem Verkäufer bequatschen und zu einer Unterschrift drängen lassen. Denn manch eine vermeintliche Flatrate endet bereits nach 200 Megabyte Datenverkehr; inklusive Uploads! Schauen Sie sich täglich drei Artikel von SpiegelOnline und der Tagesschau an, oder Sie gucken sich 4-5 YouTube-Videos an, ist Ihre „Flatrate“ recht schnell am Ende. Entweder Sie bezahlen ordentlich drauf oder Ihre Bandbreite wird derart stark gedrosselt, dass es teilweise unmöglich erscheint, noch normal weiter zu surfen. Welche Ladenzeiten Ihnen nach einer Drosselung blüht, erfahren Sie weiter unten in der Tabelle. Überlegen Sie sich also vorher, wie viel Sie in etwa verbrauchen werden. Wenn Sie mit den Größenordnungen nichts anzufangen wissen, lohnt die Installation des kleinen Werkzeugs „NetWorx„. So erfahren Sie Ihr Datenvolumen, und ich versichere: Sie werden erstaunt sein. Und schauen Sie immer auf die Summe! Denn der Provider zählt sowohl die Down- als auch die Uploads zum Datenvolumen. Generell scheinen Verträge über 24 Monate zwar auf den ersten Blick kostengünstiger zu sein. Doch der Markt verändert sich derzeit in diesem Bereich stark.

Digitales Antennenfernsehen, meist als DVB-T bekannt, schafft beispielsweise Platz und Raum für neue Frequenzen im Mobilfunk. Denn wo früher ein Sender einen ganzen Kanal belegt hatte, teilen sich nun rund vier Sender eine einzige Frequenz. Und der Empfang ist deutlich besser. Die im Zuge dessen freigewordenen Frequenzen werden vermutlich im Frühling 2010 von der Bundesnetzagentur versteigert. Und schon kündigt sich ein weiterer Standard an: LTE steht für „Long Term Evolution“ und gilt als Nachfolgemodell von UMTS. Ob es bei der Versteigerung ebenfalls zu den apokalyptischen Höchstgeboten wie schon bei der UMTS-Vergabe kommen wird, darf hingegen bezweifelt werden.

Die Preise für’s mobile Surfen fallen weiter

Jetzt einen 2-Jahres-Vertrag abzuschließen, wäre daher mehr als leichtsinnig. Alternativ stehen dem z.B. 12- oder 3-Monatsverträge entgegen. Selbst 30-Tage-Mindestvertragslaufzeiten oder -wie eingangs schon erwähnt- die Tagesflatrates sind für den einen oder anderen günstiger als ein längerer Vertrag. Es muss also auch beim mobilen Internetsurfen nicht zwangsläufig ein „langer“ Vertrag gewählt werden; auch hierfür gibt es Prepaid-Lösungen! Nehmen wir das Beispiel eines Pendlers, der vor allem am Wochenende bei der Hin- und Rückfahrt mit dem Zug mobil bleiben möchte, ansonsten aber Internet-Zugang hat. Für den lohnt wohl eher eine Tages-Flatrate.

Wer sich nicht so sicher ist, ob der Empfang ausreicht, der sollte entweder einen Bekannten ansprechen, der ein UMTS-Modem besitzt, oder auf eine Gewährleistung im Vertrag schauen. Manch Mobilfunk-Anbieter bieten ein einmonatiges Rückgaberecht an. Perfekt zum Austesten. Wie auch das Satelliten-Surfen taugt das UMTS-Surfen hingegen nicht für Spiele. Dazu sind die Pings zu langsam und zu unregelmäßig. Doch selbst per WLAN gibt es nur selten ein sauberes Ergebnis. Zwar wären Telefondienste wie „Skype“ technisch möglich und nur mit leichter Verzögerung versehen, IP-Telefonie und Co wird bei vielen Anbietern aber ausgeschlossen. Auch hier lohnt (man kann es leider nicht oft genug sagen) ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) noch VOR der Unterschrift.

Auch inhaltlich keine Flatrate

Das IP-Telefonieren (auch als „Voice over IP“ bekannt) ist i.d.R. nicht erlaubt. Das kann für den einen oder anderen schon ein Ausschlusskriterium sein. Meist gibt es noch weitere Einschränkungen: So ist das Anschließen an ein Netzwerk nicht gestattet, d.h. nur ein Rechner darf auf das Internet zugreifen, und nicht mehrere, die über ein Gateway angeschlossen sind. Überprüfen lässt sich dies jedoch so gut wie nicht. Genau so schwammig sind die AGB in Bezug auf das Datenvolumen. MedionMobile, das das Netz von e-plus nutzt, schreibt z.B. in ihren Nutzungsbedingungen: Der Datenverkehr ist „nur in einem dafür üblichen Maß gestattet“. Verbraucherschützer warnen schon seit Jahren vor diesen bedenklichen Hinweisen. Immerhin: bei sämtlichen Rechtsprechungen der vergangenen Jahre ging ein Prozess zu Gunsten des Kunden aus, denn derartige AGB-Klauseln sind weder transparent noch eindeutig. Um dem Ganzen geschickt den Wind aus den Segeln zu nehmen, setzen die Anbieter ein maximales Datenvolumen fest. Wer nur seine e-mails checkt, und die eine oder andere Seite damit aufruft, wird sicherlich keine Probleme haben. Aber 1 Gigabyte ist schnell erreicht, wenn man das bunte audio-visuelle web2.0 nutzt und sich Videoclips und viele Bilder anschaut. Beim Erreichen des Volumens wird die Datenrate gräulichst gedrosselt: Die Bild.de Startseite wäre (rein rechnerisch) erst in 4 Minuten fertig geladen.

So „schnell“ geht’s in Web

Nachfolgend eine Übersicht über Speichergrößen von ausgewählten Internetseiten und die theoretisch schnellste Ladedauer:

UPDATE [Januar 2011]: Leider hat diese Tabelle den Serverumzug nicht überstanden und ist nicht mehr erreichbar.

Stand: Januar 2010. Gemessen mit den Firefox-Addons Firebug und Yslow von Yahoo. Da die dynamischen Inhalte jeder Websites variieren, stellen die Werte lediglich eine grobe Orientierung dar. HSDPA [Category 8] = 7,2 MBit/s (922 KiloByte/sek), HSDPA [Category 6] = 3,6 MBits/s (472 KiloByte/sek), UMTS = 0,375 MBit/s (48 KiloByte/sek), „gedrosselt“ = 56 kbit/s (7,2 KiloByte/sek). Die Zeiten für die Ladedauer wurden gerundet. „Gedrosselt“ meint hier die Verringerung der Datenrate bei Erreichen des Datenvolumens (siehe auch Tabelle weiter oben). Bei HSDPA und UMTS wurde mit der maximalen Geschwindigkeit gerechnet, die praktisch jedoch nie zu erreichen ist. Schlussfolgernd betrügen die Ladezeiten länger.

Ohne Hardware geht nichts

Die meisten UMTS-Handys sind zugleich auch ein Modem, welches als Schnittstelle zwischen Internet und dem Computer verwendet werden kann. Sollten Sie die anfangs erwähnte erste Lösung, der Ergänzung zu einem bestehenden Handyvertrag (auch als Prepaid möglich!) verwenden, dann können Sie z.B. per Bluetooth oder USB-Kabel mit dem Laptop surfen und zeitgleich telefonisch erreichbar bleiben. Oder Sie belassen es beim Handy-Surfen mit einem installierten Internetbrowser (z.B. Opera Mini). Das ist wohl die einfachste Lösung.

Bei der zweiten Variante käme ein Modem in Frage, in das die zusätzliche SIM-Karte für das UMTS-Surfen gesteckt wird. Bei den Kombi-Lösungen bleibt es hingegen bei einer SIM-Karte. Einige wenige Laptops/Netbooks bieten bereits ein integriertes UMTS-Modem an. Dann müssten Sie nur noch die SIM-Karte einführen. Die gebräuchlichsten UMTS-Modems kommunizieren hingegen per USB mit dem Computer. Auch hierfür bieten die Mobilfunkanbieter entsprechende Lösungen an. Doch auch hier lohnt wieder einmal ein Vergleich. Möglicherweise kommt es Sie günstiger, wenn Sie die reine SIM-Karte für das mobile Internetsurfen bestellen und das UMTS-Modem separat woanders kaufen oder im Internet ersteigern. Bei Prepaid-Angeboten kriegen Sie z.B. häufig zusätzliche Guthaben, wenn Sie das Paket online und nicht über eine Filiale kaufen.

Das WWW über einen kleinen USB-Stick

Gerade diejenigen Anbieter, die ein Komplettpaket zur Verfügung stellen, machen es den Kunden besonders leicht. Während noch vor einigen Jahren Experten zu Rate gezogen werden mussten, um daheim den Rechner endlich internettauglich zu machen, kann man heute nur müde drüber lächeln. Sowohl für das heimische ADSL- und Kabelnetz-Surfen, als auch für die UMTS-Komplettpakete gilt: Einstecken, Login-Daten eingeben, Fertig. Ausnahmen bestätigen die Regeln. Sollte der Empfang nicht so gut sein, lohnt manchmal schon ein einfaches USB-Verlängerungskabel (für rund 3 Euro erhältlich), um in alter Zimmer-Antenne-Manier einen bessere Qualität herzustellen.

Seit einiger Zeit hat der Spruch „echte Internet-Flatrate“ in der Werbestrategie Einzug gehalten. „Echt“ meint hingegen nicht die Flatrate. Diese Irreführung hatte ich bereits weiter oben erläutert. Nein, sie meint, dass hier keine extra aufbereiteten Internetseiten für das Handy- oder mobile Surfen angezeigt werden, sondern das „echte“ Internet. Glücklicherweise sind die Zeiten vorbei, als man schwarz-weiße WAP-Seiten sah, die nicht mehr als „Hallo“ und einen feuchten Händedruck stellvertretend für die Homepage anboten. Aber selbst die Mobilfunkprovider haben noch vor wenigen Jahren die Internetseiten selbst kastriert und sie Kunden als die Original-Homepage ausgespuckt.

sl on umpc via 3 (Foto: jon crel)
Foto: jon crel

Alles ist mittlerweile bunt. Und nicht nur die komplette Website wird angezeigt. Mittlerweile kann man sich sogar Videos von YouTube anschauen, und auch Videos in blanker Stalking-Manie online stellen. Dank HSUPA (der schnelle Upload-Zugang im UMTS-Netz) geht das auch recht schnell. An dieser Stelle eine kurze Verwunderung, weshalb Live-Video-Streams der Telefonierenden immer noch nicht gemocht werden: Technisch gesehen ist es bereits seit Jahren möglich; viele Mobilfunkanbieter bieten es sogar kostenlos (!) an. Aber vermutlich wissen sie auch, weshalb sie es kostenlos verscherbeln. Es interessiert offenbar keinen.

Mein Cache, sein Cache… und des Providers

Jüngst hatte der renommierte „heise Verlag“ entdeckt, dass u.a. Vodafone Javascript-Programme nicht über die Original-Homepage lädt, wenn man mobil ins Internet geht. So viel zum Thema „echt“. Die meisten nutzen Proxy- und Cache-Systeme, die -im Hintergrund und meist ohne Wissen des Kunden- eine nicht ganz aktuelle Variante einer Internetseite anbieten. Dies ist nichts Neues. Die meisten Provider machen davon Gebrauch: Wenn 1000 Leute innerhalb von 5 Minuten die Tagesschau-Homepage anschauen, dann ist es zum einen ressourcensparender für den Provider und andererseits für den Kunden auch schneller, wenn eine zwischengespeicherte Variante angeboten wird.

Java Scripts sind mittlerweile Standard auf jeder Internetseite, es gibt kaum eine Website, die kein Javascript verwendet. Dass nun aber nicht das original-Skript, sondern alternativ eine fremde Adresse verwendet wird, war neu. Obgleich man dem Provider keine böswilligen Absichten unterstellen will, dass die Java Scripts gar umgeschrieben, zweckentfremdet und als Schadcode verwendet wurden, so kann man als Internetsurfer jedoch nicht überprüfen, was man da im Hintergrund herunterlädt. Der Anbieter der Website weiß davon nichts, und für den Internetbrowser sieht technisch alles so aus, als käme es von der Original-Seite. Wie ich finde, eine höchst problematische Entwicklung. Über diese Vorgehensweise seitens der Provider wird der Kunde nicht informiert. Eine Transparenz des „echten“ Internets existiert nicht.

Darüber hinaus ist die Wahl des APN (der Zugriffspunkt) manchmal entscheidend. Bei Vodafone ist „web.vodafone.de“ nicht gleich „wap.vodafone.de“. Ersterer ist meist standardmäßig in Handys eingeschaltet. Verfügen Sie aber nur über eine Internet-Light-Variante (Sie können z.B. nur das Vodafone-Live-Portal anschauen), so kostet Sie es gleich einige Hundert Euro mehr im Monat, wenn Sie nicht aufpassen. Mein Tipp: Lassen Sie sich diese Einstellungen vom Kundendienst Ihrer Filiale vornehmen, so haben Sie wenigstens eine kleine Absicherung, wenn etwas schief geht. Bei den hier besprochenen UMTS-Flatrates dürfte der Vorgang der falschen APN hingegen keine große Relevanz haben.

Vodafone und die verkromprimierten Bilder

Eine unschöne Begleiterscheinung bietet Vodafone an: Denn vor allem auf dem Laptop oder Computer fällt die starke Komprimierung der Fotos auf. Auch verwendet der Anbieter nicht die Originalbilder der Homepage, sondern verkleinert sie von der Dateigröße her. Die Konsequenz: Die gesunkene Qualität eines JPG-Bildes sieht grässlich aus. Mit einem kleinen Trick kann man aber diesen Einschnitt umgehen. Zumindest der Firefox-Browser bietet hierfür eine einfache Lösung an. Das kostenlos Add-On „Modify Headers“ trickst den Provider aus (und das auch noch legal), und bietet einem das Original-Bild an, dass auch tatsächlich von der jeweiligen Website stammt. Nach der Installation ist das Add-on unter „Extras -> Modify Headers“ zu finden. Zwei schnelle Einträge genügen: Oben rechts neben „add“ den Begriff „Cache-Control“ eintragen, und eins weiter rechts „no-cache“. Danach auf „Save“ klicken. Der zweite wäre „Pragma“, der ebenfalls mit „no-cache“ versehen wird. Wieder auf „Save“ klicken, einen Neustart des Browsers machen, und schon werden die Fotos wieder richtig angezeigt.

Den Laptop für’s UMTS-Surfen fit machen

Die Internetverbindung kann man noch weiter verbessern; dies gilt für alle Anbieter, denn manche Einstellungen müssen am Rechner selbst vorgenommen werden. Da wäre z.B. die gleichzeitige Anzahl von Verbindungen, die Größe der Datenpakete und auch deren Schnelligkeit kann man optimieren. Zu diesem Zweck gibt es zahlreiche Programme, die einem schnell und einfach unter die Arme greifen (à la „Sagen Sie mir, was Sie für eine Internetverbindung haben, und ich stelle Ihnen das Beste automatisch ein“). Experten werden vermutlich direkt zur Registry greifen und die Werte per Hand optimieren. Da jedes Format, jedes Betriebssystem und jeder Anbieter verschiedene Systeme verwendet, kann an dieser Stelle kein Allheilmittel präsentiert werden. Programme wie „TuneUp Utilities“ (kostenpflichtig) oder „CCleaner“ (Freeware) wären Möglichkeiten, diese Einstellungen ohne große Kenntnis und automatisch vorzunehmen.

Programme beschränken

Weiterhin wäre es ratsam, die Hintergrundprogramme zu überprüfen. Insbesondere, wenn Sie eine sehr eng bemessene Flatrate gebucht haben oder buchen wollen, lohnt ein Blick zu denjenigen Programm, die sich nicht bemerkbar machen, aber dennoch (und dann auch noch meist ungefragt) ins Internet gehen. Bestes Beispiel wäre das „Windows Update“: Haben Sie den „Microsoft Patch-Dienstag“ erwischt und in Ihrem Betriebssystem die falschen Einstellungen gewählt, dann lädt Microsoft ungefragt alle neuen Updates herunter und installiert sie. Bei dem Download können mal eben locker mehrere Hundert Megabyte draufgehen. Ein gut gemeinter Tipp: Die Kosten übernimmt dann nicht der Mobilfunkanbieter und Microsoft winkt Ihnen allenfalls ein müdes Lächeln zu. Die Einstellungen zum Windows Update finden Sie i.d.R. in der Systemsteuerung. Die Standardeinstellung ist meist „Updates automatisch installieren“. Es reicht hingegen schon aus, dass Sie zumindest über mögliche Updates informiert werden, den Download und die Installation aber manuell bestimmen.

Ein aktueller Virenscanner ist immer sinnvoll beim Internetsurfen, doch auch hier laden diese Programme die neuen Virendefinitionsdateien meist im Hintergrund herunter. Nicht selten beträgt so ein Download mehrere Megabyte. Das fällt normalerweise nichts in Gewicht, doch sollte das nicht unerwähnt bleiben. Aber nicht nur Virenscanner und Betriebssystem sollten Up2Date sein. Zahlreiche Programme bieten nach einigen Wochen oder Monaten ein Update an. Nicht selten sind es sogar Sicherheitsupdates an, die Schwachstellen reparieren. Dazu hat sich seit einigen Jahren eine unschöne Methode etabliert: Viele Programme nisten sich unbemerkt (oder immerhin mit einem kleinen Symbol unten rechts im Infobereich) ein und schauen täglich oder stündlich im Internet nach einem Update für das jeweilige Programm. Das verlangsamt den Rechner; beim mobilen Internetsurfen geht das auch noch vom Download-Konto ab.

Spagat zwischen Auto-Updates und Sicherheit

Ein Dilemma: Zum einen sind Updates wichtig, zum anderen nerven sie auch. In Anbetracht der Pseudo-Flatrates beim UMTS-Surfen ist also eine gewisse Taktik gefragt, um Jedem und Alles gerecht zu machen. Erster Schritt: Die automatischen Updates und die Hintergrundprogramme deaktivieren. Viele Programme bieten das immerhin über ihre eigenen Einstellungen an, aber leider nicht alle. Das kostenlose Programm „CCleaner“ ist hierbei ein nützliches kleines Helferlein: Es listet einem auf, welche Programme automatisch beim Systemstart geöffnet werden. Diese Einstellungen sind zwar mit Vorsicht zu genießen, können aber zur Not rückgängig gemacht werden. Effektiv gesehen würde der AntiViren-Scanner in den Autostartprogrammen ausreichen.

Hilfreich wäre zudem ein Firewall. Hierzu gibt es zahlreiche Programme. Seit dem Betriebssystem Vista ist immerhin ein halbwegs brauchbares schon vorab eingebaut. Bei früheren Versionen war eine Firewall Pflicht. Der Nachteil unter Vista: Die interne Firewall informiert einen nicht generell darüber, welches Programm gerade ins Internet geht und fragt auch nicht nach. Über eine Firewall hätten Sie aber noch mal zusätzlichen Schutz. Zum einen was das Sicherheitsrelevante betrifft, zum anderen ein Überblick über die Download-Kosten bzw. die Programme, denen Sie den Zugriff verwehrt haben.

Über diese Verfahrensweisen haben wir es geschafft, dass sich kein Programm unerlaubt ins Internet einwählt und möglicherweise automatisch Updates herunterlädt. Allerdings muss nun dieser Abstrich kompensiert werden; schließlich sollen die Programm auf dem neuesten Stand bleiben. Der folgende Vorgang ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie am normalen Netz zu Hause hängen und nicht online unterwegs sind: Abhilfe der Problematik bieten wieder kleine Helferlein: SUMo oder Secunia PSI. Beide überprüfen in einem Schwung Ihre installierten Programme und vergleicht die Versionsnummern mit einer Datenbank. Veraltete Programme, für die es längst ein Update gibt, werden entsprechend markiert und angezeigt. Auch ein passender Download-Link wird angeboten.

Fazit

Computersysteme und mobiles Internetsurfen haben vor allem eines gemeinsam: Perfekt läuft es nur, wenn man sich auskennt. Benutzerfreundlichkeit, wie es doch immer überall so schön heißt, sieht anders aus. Erfreulich ist hingegen die starke Vereinfachung bei der Installation der UMTS-Hardware geworden. Dort hat „Plug & Play“ (ein schönes Schlagwort von Windows 95) endlich eine Daseinsberechtigung. Getrübt wird dieser Schein durch das Kleingedruckte in den AGB der Mobilfunkbetreiber und die vielen Restriktionen in den Verträgen. Trotz dessen ist UMTS- bzw. HSDPA-Surfen so günstig wie nie.

Mein Tipp: Binden Sie sich nicht zu lange an einen UMTS-Vertrag! Überlegen Sie, wie viel Sie wirklich benötigen, testen Sie es vorher aus (über Möglichkeiten habe ich geschrieben) und entscheiden Sie sich sorgsam für einen Anbieter und einen Vertrag.