Das Bibliographische Institut hat die bekannte Rechtschreibprüfung für Textprogramme wie Microsoft Word eingestellt. „Aus wirtschaftlichen Gründen“, wie es heißt. Echte Alternativen zum Duden-Korrektor gibt es nicht – und so muss sich künftig der Nutzer auf die schreckliche Rechtschreibprüfung der Textverarbeitungsprogramme verlassen.

Eher beiläufig hat Hilke Babbe vom Customer Service des Bibliographischen Institutes – der Verlag hinter dem Duden – auf Nachfrage mitgeteilt, dass die „Entwicklung der Rechtschreibsoftware (…) komplett vom Verlag eingstellt [sic]“ wurde. Öffentlich bekannt war dies bislang nicht. Mit meiner e-mail wollte ich eigentlich nur in Erfahrung bringen, wie ich mehrere Lizenzen der neuesten Version gleichzeitig kaufen kann. Für Desktop-Rechner, Tablet, Laptop und Smartphone. Seit der 26. Duden-Ausgabe (2013) hat nämlich der Verlag seine Rechtschreibprüfung komplett überarbeitet:

Zwar gibt es zum ersten Mal eine Smartphone-App (für iOS und Android) und die Korrektur-Software funktioniert nun auch erfreulicherweise mit der Office 2013-Version. Die Rechtschreibprüfung läuft aber nur noch auf dem Betriebssystem Windows und mit dem Programm Microsoft Office. Die Rechtschreibprüfung und Duden-Bibliothek gab es früher auch für Mac und Linux und Programme wie Works, OpenOffice, LibreOffice und Adobe InDesign. Eingestellt. Aber nicht nur inhaltlich hat sich etwas geändert.

Die digitale Rechtschreibprüfung gibt es nur noch über einen Download-Code, der im Duden der 26. Auflage zu finden ist.

Die digitale Rechtschreibprüfung gibt es nur noch über einen Download-Code, der im Duden der 26. Auflage zu finden ist.

Der Korrektor kann nicht mehr als gesonderte Software erworben werden, sondern nur noch in Verbindung mit dem Duden. Mit einem Buch, in dem ein Download-Code vorhanden ist! Wer im Duden-Shop stöbert, findet viel, nur nicht mehr die Rechtschreibprüfung. Und weil eine Lizenz natürlich nur für ein Endgerät gilt, möchte ich mir nicht vier Bücher kaufen. Stellen Sie sich nur einmal eine 3-köpfige Familie vor. Jedes Mitglied hat mindestens einen Computer und ein Smartphone. So kann man die Auflage des Duden auch ankurbeln. Die 26. Auflage soll übrigens auch die letzte sein, die mit der Software „Duden Home“ ausgeliefert wird: „Die Lizenzen sind nur noch in diesem Buchpaket erhältlich“, schreibt Babbe. Für den Verlag geht es nur noch um den „Abverkauf“ der „Restbestände“.

Fazit

Dass der Korrektor eingestellt wurde, überrascht und enttäuscht. Denn brauchbare Alternativen zu den teils skurrilen Autokorrekturen gibt es nicht. Zwar ist die Rechtschreib- und Grammatikprüfung bei Word und Co. mit den Jahren immer besser geworden, doch kein Vergleich zum Duden-Korrektor. Das ist äußerst schade, denn der Fehlerteufel schleicht sich bei jedem ein. Für kurze Text-Snippets bis 800 Zeichen reicht zwar die Online-Textprüfung aus, eine echte Alternative für Autoren, Redaktionen, aber auch für Schüler und Studierende und alle, die viel schreiben, ist das aber nicht. Und so bleibt zumindest zu hoffen, dass die alten Software-Versionen noch etwas länger mit künftigen Textprogrammen kompatibel bleiben.