Liebe Freunde,

mir flattern schon die ersten Mahnschreiben ‚rein: „Sag mal, machst Du noch was in Deinem Blog? Will mal wieder was neues Lesen“, „Was machst Du da eigentlich nun?“ oder „Erzähl doch mal ein bisschen von der Arbeit!“ Jajaja!!! Ihr habt ja so Recht, denn mittlerweile ist es wirklich schon ein Monat her, als ich das letzte Mal hier schrieb. Daher geht’s auch munter weiter, oder besser gesagt, nicht über mein Projekt, denn dazu bin ich gerade einfach zu faul. Stattdessen ein ebenso interessantes Thema, und zwar den Unterschieden zwischen Deutschland und Frankreich.

Wie ich schon in meinem „Reisebericht über Wien“ Vincent Vega (aus dem Film PulpFiction) zitierte, sind es die „kleinen Unterschiede“, die hier für Aufmerksamkeit sorgen. In der Reihe „Die Unterschiede“ beobachte ich mal ganz persönlich, was einem hier in Frankreich erwarten kann und einem eventuell überhaupt nicht passen könnte. Über die unterschiedlichen Essgewohnheiten berichtete ich ja bereits ausgiebig. Achja, lieben Dank an all diejenigen, die mir Vollkornbrot geschickt haben (ich war ja sooo happy!). Zum Start dieser Reihe geht es um Einkaufsläden, um konkreter zu sein, um Supermärkte…

Grundsätzlich kann man zu den Magasins (nein, keine Zeitschreiften) sagen, dass sie extrem überdimensioniert sind. In jeder kleineren Stadt findet man gigantisch viele Superstores; meist am Rand oder außerhalb der Stadt, was an diverse Hollywood-Streifen erinnert. Allein in Montauban, das 50.000 Einwohner, gibt’s diese riesen Dinger en Masse. Stellt euch einen durchschnittlichen Lidl-Supermarkt vor, nur 5-10 Mal so groß. Ohne Witz!

Supermärkte

Nachfolgend einige Impressionen aus dem Nachbarland, die mir neu erschienen:

  • Supermärkte backen frische Pizzen, weshalb man viele Jugendliche nachmittags (nach der Schule) dort vorfinden kann. Hat Ähnlichkeiten mit dem neuen Konzept von Reichelt.
  • Obst oder Gemüse wird nicht von einem selber oder an der Kasse abgewogen, sondern von einer Extra-Dame, die da den ganzen Tag so rumsteht und die Preisschilder auf die Tüten klebt.
  • Eine Supermarkt-Kette hat sogar ne eigene Tankstelle vor der Haustür.
  • Security! Nicht nur, dass überall Kameras hängen, es stehen auch einige Securities in schwarzen Anzügen herum und gucken sich um. Am Eingang stehen Körper-Scanner; genauso wie an der Kasse.
  • Wo kann man bitte schön in Deutschland in einem Supermarkt erleben, das höchstpersönlich der Winzer den neuen Rotwein (bei mir ein Primeur) zur Verkostung anbietet und natürlich auch für Fragen offen steht?
  • Schlicht die schon angesprochene Überdimensionierung der Supermärkte. Neben dem normalen Kram, den man in jedem deutschen Supermarkt auch vorfinden kann (nur hier meistens alle Produktsorten), kann man dort auch Technikartikel und Klamotten kaufen. Von außen sieht’s aus wie ein IKEA-Einkaufsparadies.
  • Preisscanner. Allerdings auch schon Deutschland einige Male gesehen, gehört es hier zum Standard. Mit dem Barcode an die Scanner, die überall im Supermarkt herumstehen, erfährt man den Preis.
  • Die Einkaufsbons dienen auch als Gutscheine, denn auf der Rückseite sind Rabattcoupons für kooperierende Firmen abgedruckt, mit denen man 5 oder 10 Prozent auf irgendwas erhält.
  • Kaffee? Die gewohnte halbe Kilo-Packung? Denkste Puppe! Und auch kein Kaffee aus Kolumbien. Der Standard heißt hier Arabica-Kaffee (ja, auch für Kaffeemaschinen) und ist in 250g-Packungen abgefüllt. Unseren Deutschen Kaffee (aus Kolumbien) kriegt man hier nur schwer.
  • Brot? Jeder, der mal in Frankreich Urlaub gemacht hat, kennt das Problem. Es gibt eigentlich nur Baguettes, und was die hier als Brot titulieren ist auch nichts anderes, als etwas größeres Baguette. Ich musste mir schon Vollkornbrot einfliegen lassen, weil ich das nicht mehr ausgehalten habe. Dennoch ist Baguette in manchen Situationen einfach lecker, und überall (!) in Frankreich findet man leckere Baguettes vor.