Seit rund einem halben Jahr nutze ich den @Rockbaer-twitter. Ein Experiment, so viel vorab. Mir kommt es so vor, als weiß keiner so recht, warum und wieso und überhaupt Twitter? Aber: Es ist da! Und wir müssen irgendwie damit klar kommen. Was viele noch immer von Twitter halten, manifestiert sich gerade zu in den zwei folgenden „Tweets“ (also Twitter-Nachrichten):

Twitter Ungereimtheiten

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…und…

Twitter Ungereimtheiten

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Nunja, derartige Meldungen interessieren keinen, haben keinen zu interessieren und tragen nur zum Informationsmüll des web2.0-Wirrwarrs bei. Sixtus karikiert das fabelhaft im folgenden Tweet:

Twitter Ungereimtheiten

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Doch es geht auch anders: Kaum ein Nachrichtenmedium ist bei Twitter nicht präsent, viele Stars und Sternchen, zahlreiche Politiker (z.B. Müntefering), man möchte meinen: Die ganze Welt twittert bei Twitter tweets. Mit Messages und Mentions und Retweets hat man den Eindruck, dass Michael Kessler direkt neben einem sitzt. SO nah scheint die Kommunikation zu sein. Manchmal frage ich mich allerdings, ob gewisse Persönlichkeiten ihren eigenen Auftritt selber auf’s Korn nehmen. Anders kann ich mir diesen Tweet nicht erklären:

Twitter Ungereimtheiten

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Nun hatte das Retweeten kurzzeitig eine Renaissance erhalten. Ich wunderte mich, weshalb in meiner Startseite Leute auftauchten, die ich noch nie gesehen habe, und deren „Follower“ ich auch nicht bin. Der Hintergrund: Ein Retweet ist nach dieser Formel aufgebaut: RT + @NameDesUsersDerenMeldungIchWeiterleite + Text. Das fiel im November und Dezember für viele User weg, denn Twitter hatte den schönen Knopf „Retweet“ eingeführt. Das ersparte einem das lästige Copy&Paste und das zusätzliche Zusammenschneiden, schließlich fehlt ja noch das „RT“ und der Nutzername (à la „@Rockbaer“). In meinem Fall 12 Zeichen irgendwo kürzen. Ein Negativbeispiel des Retweetens wäre folgendes:

Twitter Ungereimtheiten

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Mein Original ließ Anfang Dezember deutlich werden, dass da nur die Hälfte stimmt. Denn „mein“ Highlight war ein ganz anderes, als das, was „semperundwiener“ seinen Followern vermitteln ließ. Denn ich fand das Interview mit Jan Böhmermann und der neuen Familienministerin als besonderes Highlight. Mit dem neuen ReTweet-Button hätte man Fälschungen (oder zumindest Verfremdungen) ein wenig eindämmen können. Doch es kam wohl zu technischen Problemen. Wie die aktuelle Sachlage ist, weiß ich leider nicht.

Vielleicht war es auch ein inhaltliches Problem, denn man wurde zum permanenten Klicken verleitet. Kostet ja nur einen Klick, und ohne Sinn und Verstand kriegt jeder diese Meldung in der recht verwirrenden Form. Doch genau so schnell man drauf klickt, genau so schnell ist man dabei, seine Follower zu verlieren. Denn sie gelten als kostbarstes Gut. Wer nur 10-20 Follower hat, wird nicht ernst genommen. Erst ab 100 Gefährten macht’s Spaß, und vermutlich ab 1000 wird man ernst genommen, so wohl die These mancher Nerds.

Wohin steuert Twitter? Wer eine Antwort weiß, bitte einen Kommentar schreiben. Es gibt ja mittlerweile auch OpenSource-Alternativen, auch für die eigene Homepage, die auf gleicher oder ähnlicher Systematik basieren. Twitter verdient ja noch überhaupt kein Geld. Woher auch? Nirgends Werbung, stattdessen holen sie sich permant Millionen von ihren Gesellschaftern ab, um die ungeheuren Kosten zu bezahlen. An die Börse? Ich glaub, ich hätte das wie der Gründer von StudiVZ gemacht: Einen guten Start hingelegt, das Ding für zig Millionen verkauft und den Nachfolgern die Probleme geschenkt.

Schenken Sie mir bitte eine halbe Minute und nehmen an der schnellen Doodle-Umfrage zu meinem Rockbaert-Twitter teil. Die Abstimmung ist anonym. Vielen Dank!

  • Zur Umfrage über den Rockbaer-Twitter [Umfrage beendet]