Auf Einladung von Yvonne, die aus Honduras kommt und im Südosten Frankreichs in der Nähe von Montpellier arbeitet, trafen sich zu den Silvesterfeierlichkeiten in Archères, ein kleiner, nicht so wohlhabender (mit vielen luschtigen Gruppierungen, die sich gerne an angezündeten Autos wärmen), aber dennoch ein politisch selbstständiger Vorort von Paris und nur eine halbe Stunde von der Hauptstadt entfernt ist (gesetz den Fall, man kann Auto fahren… und unser Fahrer konnte es definitiv nicht)… wie auch immer, Sebastian schweife nicht aus! Dort kamen jedenfalls rund 25 Freiwillige des ICYE zusammen. Darunter waren knapp zehn Volunteers, die in Frankreich in einem sozialen Projekt arbeiten, sowie 15 weitere, die in Europa arbeiten. So z.B. Schatzilein Maria aus Costa Rica, die in der Schweiz ihren Freiwilligendienst absolviert. Die meisten anderen kamen aber aus Honduras. Ein luschtiger bunter Haufen also; es machte riesen Spaß!

Paris war ja in den letzten drei Monaten einschlägig bekannt für seine Feuerwerke. Und das, obwohl noch gar nicht Silvester war. Seltsam. In der besagten Nacht, als eine Schaltsekunde hinzugefügt wurde, ohne dass es jemand so recht mitbekam, wurden lediglich 425 Auto verbrannt, 92 mehr als im Vorjahr. Also ganz so schlimm war es nicht, denn man hatte mit deutlich mehr Verwüstungen gerechnet. Wie auch immer… wir benahmen uns natürlich brav, so weit man das sagen kann, und tanzten bis morgens um 9 Uhr auf dem Bar-Tisch. *hihi* Viel Spaß!

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Icke und die liebe Mariel aus Costa Rica.

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Leicht verplant in der Pariser Metro: Kasimir und ich. Wo bitte geht’s zu Solen?

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Kasimir und Mariel in der Metro oder wo auch immer….

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In der Nähe des Montmartre: Solen, wo wohnst Du? Ich verstand nüscht, und die vielen Straßennamen, die sie mir durchgab, merkte ich mir auch nicht.

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Daraufhin guckten wir auf den Plan (im Hintergrund zu sehen) und beschlossen, weil wir einfach keinen so rechten Plan hatten, eine Schneeballschlacht anzufangen. Die verlief allerdings eher sehr einseitig. Während wir wie kleine Kinder uns im Schnee wälzten und quietschvergnügt unseren Spaß hatten, standen die Latinas und Latinos genauso wie auf obigem Bild ‚rum, und verstanden nicht so recht, was wir machten.

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Letzten Endes fanden wir dann aber doch zu Solens Wohnung. Sie ist übrigens die Verantwortliche für die Ausländer in Frankreich. Doch ich dachte ich spinne, als sie mir ihre Wohnung im sechsten Stock zeigte. Hinter mir sieht man ihre Küche und vor mir gab’s noch ein Sofa. Das war’s! Und jetzt haltet euch fest: 550 Euro pro Monat! Es ist zwar das schöne Montmartre, aber ich darf einfach nicht vergessen, wie verwöhnt man in Berlin mit den Preisen geworden ist. KEINE Metropole hat so billige Wohnungen als Berlin.

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Auf dem Montmartre: Kasimir und Hazel.

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Während Solen ein Gespräch mit Mario führte, gingen wir ins Sacre Coeur (die Kirche auf dem Berg Montmartre). Auf dem Weg dort hin fing auf einmal ein richtig heftiger Sturm an, die Straßen waren eisgeglättet, es wurde eklig kalt und zugleich richtig ungemütlich. Auf dem Foto wieder mit Mariel vor der Pforte mit einem schönen Blick auf Paris. Im Hintergrund die Sicherheit: Kasimir.

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Und hier noch einmal die pissige Sicht im Ganzen…

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Freitagabend waren wir im Louvre, weil es zu dieser Zeit für Jugendliche immer freien Eintrag gibt und wir auch nicht wussten, was wir sonst an diesem Abend noch Sinnvolles mit uns anfangen konnten, außer die restlichen Alkoholbestände zu entfernen. Zwei Sekunden nach Aufnahme dieses Bildes gab’s natürlich Stress: NO PHOTOS… blabla! *hihi*

Richtig Stress gab es aber tatsächlich bei der Rückkehr. Zur kurzen Info: Für die Bahnen in und um Paris kauft man sich Tickets (ach nee?!), und steckt diese dann in die Schranke, damit sich diese öffnet. Viele springen rüber und bezahlen nüscht. Denn Kontrolleure gibt es quasi nicht. So lange keiner guckt, kein ernsthaftes Problem. Auch WIR dachten uns… okay, wir bezahlen nur die Metro-Tickets für die Ringe innerhalb Paris und fahren dann mit dem RER raus zu unserem Auto, den wir außerhalb der Stadt parkten. Um allerdings rauszukommen, muss man AUCH die Tickets wieder in die Schranke reinstecken.

Luschtiger Weise kennt die Gendarmerie diese Tricks und wartete dementsprechend am Bahnhofsausgang. Da man sich an dieser Stelle vor der Schranke keine neuen Tickets nachkaufen kann, wurde es unangenehm. Wir machten uns nackig, die Pässe wurden kontrolliert, stellten uns auf vollblöd („Ach, das ist keine Metro hier?“, Sebastian) und kamen als dumme Touris ohne Probleme davon. Wir mussten keine Strafe bezahlen oder das Ticket nachkaufen. Glück gehabt…

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Samstag verschlug es uns nach Versailles. Wir Deutschen hatten eigentlich vor, den Versailler Vertrag zu besudeln, aber dieser war nicht öffentlich zugänglich. Vor Besuch des Schlosses hatte ich hunger, woraufhin wir einen Chinesischen Imbiss besuchten. Während dieses Foto geschossen wurde, besuchte ich nach dem ekligen Essen eins der ekligsten Toilletten, die ich je in meinem Leben gesehen habe.

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Das schönste Ausstellungsstück in Versailles: Ein Baukran. Mein Racheakt gegen all die schrecklichen Touri-Bilder der Welt. Alleine an diesem Tag wurden mit Sicherheit 7.843 Fotos vom völlig verranzten Bett des Königs gemacht. Am Besten noch davor stellen und mit ablichten lassen! Und es war so grotteneklig voll… buah!

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Nach dem Versailler Schloss gab es eine kleine Rast im Palastgarten: Kasimir, Mariel und Hazel.

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Ohne Worte im Versailler Matsch…

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Ja, und schon wieder so ein geiles Touri-Bild. Jipieehh! Aber es ist noch okay *grins* (Foto v.l.n.r: Hazel, Mario, Icke und Kasimir)

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In der Herberge wurde dann ein Orangensaft nach dem nächsten weggekippt. Jeden Abend, jede Nacht. Nein, ich glaube, wir hatten nie ernsthaft Antialkoholisches da. Und in der Tasse ist kein Kaffee, sondern Bier oder Wein. Es gab halt zu wenig Gläser.

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Auch schon etwas später in der Nacht: Ich, Kasimir und Mariel.

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Kasimir und ein klitzekleiner Einblick in das verwüstete Zimmer der Nacht, dessen Gestank aber eigentlich noch von Kasimirs Käse übetrumpft wurde. Selbst als wir diesen auf die Fensterbank legten, ging nix mehr.

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Teil 1 mit Mario und Hazel…

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…und der Schlussakkord in Moll.

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Rollentausch, aber auch nicht wesentlich motivierter: Kasimir und Hazel. Liegt Mario gerade dahinter?

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Ach Du schreck, DAS muss wirklich seeeeehr spät gewesen sein!!! Aber wie ihr an der Kleidung erkennen könnt, was das ein anderer Tag. Ich denke mal die erste Nacht und die war seeehr lang.

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Mario aus Mexiko und mit mir in dem gleichen Projekt.

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Erdinger Weißbier! Jipiehh… Ich freute mich wie ein Keks, deutsches Bier hier in einem Supermarkt zu finden. Vom französischen gibt es zum einen nur sehr wenige Sorten und diese schmecken dann auch noch wie Plörre. Da ist Pilsator leckerer! Das Erdinger kostete allerdings 1,70 Euro pro Flasche.

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Kasimir, Mariel und Maria aus Costa Rica, die zur Hälfte Mexikanerin ist. Ein sehr süßes Mädel, die bei Bern in einem Kindergarten arbeitet, und mittlerweile schon gut deutsch spricht. Sie sagte ständig „Schatzilein“ zu mir. Wie goldig…

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Hazel und ich mit einem belgischen Hefeweizen. Ich schätze einmal, dass das auf dem Weg nach Paris aufgenommen wurde. Denn ich bin bekleidet und ich hab ein belgisches Bier in der Hand.

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Nach dem imaginären Countdown vor dem Arte de Triumph zogen wir durch die Straßen… wohin, das weiß ich nicht mehr. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass wir den Eiffelturm irgendwann mal komplett sahen und kurze Zeit später Polizisten auf irgendwelche Leute rumkloppten oder umgekehrt… völlig egal, wie auch immer. Während des langen Fußweges unterhielt ich mich (permanent eingehakt, denn es war ja kalt) mit Maria auf Deutsch; oder auf Englisch, wenn es nicht weiter ging. Danach kehrten wir wieder zu Herberge zurück… und quatschten, tranken und tanzten die ganze Nacht und den Morgen bis um 9 Uhr. Rückblickend eine SEHR schöne Silvesterfeier!

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Am Abend nach Silvester erklärten wir Yvonne, was Kasimir und ich an diesem Neujahrstag alles gemacht hatten. Das war, um es vorwegzunehmen: Gar nichts. Wir standen gegen 17 Uhr auf, machten uns frisch, gingen zum Döner-Frühstück, kamen wieder zur Herberge und eröffneten die Bar aufs Neue. Nach dem es kein Bier mehr gab, gingen wir zu ’nem Pizza-Lieferdienst und kauften Mittagessen und Bier für uns beide ein. Danach stellten wir dann Yvonne diese phänomenalen Erlebnisse des Tages vor. Weil um halb eins einfach keiner mehr wach war, hauten wir uns auch hin. Eigentlich waren wir gar nicht müde, denn es war quasi Mittag für uns. Wie auch immer…

Ein kleiner Einblick von unserem Ausflug nach Paris.