Ich hab ja wirklich schon viel Schwachsinn gesehen, aber als ich gestern in Berlin-Mitte unterwegs war, bekam ich dezenten Brechreiz bei dieser bekloppten Radiowerbung des Berliner Hörfunksenders RS2. Stumpf ist trumpf, dacht ich mir! Eigentlich taten mir die armen Studenten fast schon leid: Stehen sie da rum, machen ihren PR-Job und hoffen, von keinem erkannt zu werden. Bei jeder Rotphase stellten sich die PR-Aktivisten mit einem Transparent penetrant vor die Autos, als wäre soeben die Revolution ausgebrochen.

Und hätte die Rotphase nicht so kurz angedauert, so zumindest mein persönlicher Eindruck beim Anblick der vielen fassungslosen Autofahrer und ihrer entgleisten Gesichter, wäre bestimmt jemand ausgestiegen und hätte der Demo für Weltfrieden und einen Clio einen Schlussstrich gesetzt. Sobald die Grünphase für die Fußgänger beendet wurde, gingen sie an den Straßenrand und grüßten mit winkender Verachtung den Autofahrern zu. Das hatte schon etwas Surreales. Währenddessen stand auf dem Fußgängerweg ein junges Mädel und befahl mir „RS2 hören!“. Was ein „Supermix“.