Sie schreiben für einen (non-personal) Blog? Sie sind leidenschaftlicher Fotograf und veröffentlichen die Bilder bei Flickr oder Picasa? Sie komponieren Lieder oder sprechen gerne Texte ein und veröffentlichen Sie dann als MP3? Sie sind Filmer und präsentieren die Videos auf YouTube? Dann steigern Sie die Bekanntheit Ihrer urheberrechtlich geschützten Werke, in dem Sie sie auch anderen zur Verfügung stellen. Nein, nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Weiterverwerten. Erlauben Sie es anderen Bloggern, einen Ihrer spannenden Texte zu übernehmen. Gestatten Sie es einem privaten Projekt, Ihre Fotos (z.B. für einen Flyer) zu verwenden. Selbstverständlich muss die Quelle und der Name des ursprünglichen Autors erwähnt werden. Die „CreativeCommons“ (CC) schaffen hierfür einen einfachen und klaren Rahmen und vermeiden zeitgleich die rechtliche Unsicherheit in Zeiten der Copy&Paste-Generation. Wichtig sei an dieser Stelle anzumerken, dass die CreativeCommons-Lizenzen nicht auf das Internet beschränkt sind. Sie gelten praktisch überall.

Jedes Werk ist urheberrechtlich geschützt

Eigentlich dürfte es in Deutschland keine Unsicherheit geben. Das Deutsche Urhebergesetz sieht klare Regeln vor. Sehr einfach ausgedrückt: Jedes publizierte Werk ist in Deutschland urheberrechtlich geschützt und darf nicht ohne Genehmigung des Autors weiterverwendet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Blog privat ist. Wer z.B. ein Foto aus dem Web klaut und in seine Website einbaut, muss sich im Nachhinein nicht über böse und sehr teure Anwaltsbriefe wundern. Auch Texte dürfen selbstverständlich nicht einfach kopiert werden. Die CreativeCommons-Lizenzen sind im Grunde genommen Labels oder Kennzeichnungen, die die legale Weiterverwertung (ohne Jura studiert zu haben) klar und einfach regeln. Sie schränken die Urheberrechte nicht ein, im Gegenteil, sie ergänzen sie.

Vervielfältigung erlaubt… aber mit Einschränkungen

Nehmen wir beispielweise meine Homepage: Die komplette Rockbär.de Website unterliegt dem CreativeCommons-Lizenzvertrag CC-BY-NC in der aktuellen Version 3.0 (Deutschland). Das klingt zunächst sehr kryptisch, ist es letztendlich aber nicht. Das CC steht für „CreativeCommons“ und besagt grundsätzlich für alle Lizenzformen, dass das Werk vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden darf. Das Kürzel BY-NC schränkt diese Vervielfältigung ein. Das BY bedeutet, dass der Name des Autors erwähnt werden muss (dies gilt für alle Lizenztypen!) und das NC, dass das Werk nicht kommerziell verwendet werden darf. Die Lizenz BY-NC kann man hier in Kurzform nachlesen (es bietet sich übrigens an, den Link zur jeweiligen Lizenz immer anzugeben). Diese gerade besprochene Lizenz für meine Website ist aber nur eine von insgesamt sechs verschiedene Typen.

Die CreativeCommons-Lizenzen

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Die Symbole

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Quelle: Internet

Mit diesen Lizenztypen können Sie Ihre Werke versehen und der Öffentlichkeit Nutzungsrechte einräumen. Umgekehrt können natürlich auch Sie derartige Werke benutzen. Gerade für Blogbetreiber ist es eine spannende Sache, kostenfreie und legale Fotos für die eigenen Artikel zu verwenden. Bei Flickr gibt es zig Millionen Fotos, die unter CreativeCommons-Lizenzen stehen (alleine für den Typ by-nc-nd über 50 Mio Medien!). Es gibt aber noch weitere spannende Projekte. Sollten Sie ein Werk weiterverwerten, so bedenken Sie immer, die Lizenz einzuhalten. Sollten Sie als privater Blogbetreiber Bannerwerbung schalten, so könnte man Ihr Projekt als kommerziell auslegen (eine schwierige, nicht ganz eindeutige Rechtslage). Dann wäre die Verwendung einer NC-Lizenz nicht mehr legal.

CreativeCommons

CreativeCommons

Schreiben Sie auch nicht einfach „Quelle: YouTube“, wie es fälschlicherweise viele kommerzielle Medien machen. Ein Grauen! YouTube, Wikipedia und co sind nicht der Autor, sondern die Fundstelle. Nennen Sie zwingend den Autor und den dazugehörigen Lizenztyp. Sollten Sie beispielsweise einen meiner Artikel für Ihre Website verwenden, so müssten mindestens folgende Angaben auftauchen: „von Sebastian Pertsch (www.Rockbär.de) unter cc-by-nc„. Ich fasse kurz zusammen: Der Name des Autors (Sebastian Pertsch), die Quelle (www.Rockbär.de), der Lizenztyp (cc-by-nc) und der Link sind zwingend erforderlich. Siehe auch diesen Artikel bei BILDblog. Am Ende jedes Artikels hier auf Rockbär.de finden Sie übrigens die Quellenangaben – natürlich mit CC-Lizenztyp.

CC bereichert das Internet

Die CreativeCommons-Lizenzen sind eine wahre Bereicherung. Sie regeln verständlich und klar die Weiterverwertung – nicht nur im Internet. Nutzen Sie die facettenreichen Möglichkeiten auch für Ihr Projekt!