Na endlich! Samsung löst seine Versprechen ein und rüstet einige Galaxy Tabs mit der Android-Version 4.0.4 – besser bekannt als Ice Cream Sandwich – nach. Auch für das Galaxy Tab 7.0 plus N (GT-P6201) steht jetzt eine Firmware-Aktualisierung bereit. Die Freude ist groß, denn das Update bringt viele Neuerungen mit sich, stopft diverse Sicherheitslücken und wirkt auf den ersten Blick wunderbar flüssig. Trotzdem ist die schlechte Update-Politik (nicht nur) von Samsung ein Graus.

Schon seit Monaten wird in den Android-Foren darüber diskutiert, wann denn endlich die Ice Cream Sandwich-Version für die Galaxy-Tabs erscheint. Schon letztes Jahr hatte es Samsung versprochen, doch ewig passierte gar nichts. Nicht wenige gingen deswegen ein gewisses Risiko ein und zogen sich eine gebackene Version à la CyanogenMod von freien Programmierern der xda-devs auf ihren Tab. Erst zögerlich und viel zu spät kommt das große Unternehmen aus Südkorea in die Pötte. Die Update-Politik glänzt mit großer Schwäche, die symptomatisch für alle großen Smartphone- und Tablet-Hersteller für das Betriebssystem Android gilt. Man erinnere sich nur an das Desire HD, für das ein ICS-Update versprochen wurde, HTC aber schließlich einen Rückzieher machte. Trotz mehr als 17.000 Unterschriften in einer Petition blieb es beim Nein und vielen verärgerten Kunden.

Android 4.0.4 für's Galaxy Tab 7.0 plus N

Android 4.0.4 für’s Galaxy Tab 7.0 plus N

Auch wenn das Ice Cream Sandwich-Update für die Galaxy Tabs positiv überrascht, sollte nicht vergessen werden, dass die Version 4.0.4 bereits seit mehr als einem halben Jahr draußen ist, die erste ICS-Version sogar schon seit einem Jahr. Und dabei handelt es sich noch nicht einmal um die neueste Version. Schon seit Juli gibt es Android 4.1.x alias Jelly Bean. Angeblich soll es Jelly Bean später auch für das Galaxy Tab 7.0 plus N geben, offiziell bestätigt ist diese Meldung aber nicht. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – doch es ist wahrscheinlicher, dass Chuck Norris die 39 Kilometer nach oben springt, als dass sich an der grauenhaften Update-Politik etwas ändern wird.

Wie kommt man an das Firmware-Upgrade?

Laien dürfte es irritieren, dass das eingebaute Aktualisierungsprogramm keine neue Version over-the-air (OTA) anzeigt. Stattdessen muss Samsungs Kies 2.0 entweder für PC oder Mac heruntergeladen und installiert werden. Danach gestaltet sich das Update allerdings als denkbar einfach: Gleich auf der Startseite wird der Tablet-User auf ein neues Update hingewiesen. Trotzdem sieht Kundenfreundlichkeit anders aus, denn Kies ist nun wirklich keine notwendige Software. Vorausgesetzt der Akku ist nicht zu wenig aufgeladen (dann bricht das Update nämlich ab), dürfte nach rund einer halben Stunde so ziemlich alles fertig sein.

Android 4.0.4 für's Galaxy Tab 7.0 plus N

Android 4.0.4 für’s Galaxy Tab 7.0 plus N

Zwar sollte sicherheitshalber ein Backup (z.B. mit Kies) gemacht werden, im Normalfall dürfte aber nichts schief gehen. Erfreulich ist außerdem die Tatsache, dass keine Apps erneut installiert werden müssen – auch alle Einstellungen mit 170 installierten Apps im Testgerät sind erhalten geblieben. Lediglich der Homescreen wird bereinigt und neu aufgesetzt, was aber zu verschmerzen ist. Die wichtigsten Neuerungen von Ice Cream Sandwich finden Sie auf der offiziellen Android-Homepage.