Wussten Sie eigentlich schon, dass Sie bei Google nach Bildern suchen können – und zwar mit Bildern statt mit einem (textlichen) Suchbegriff? Ja, das funktioniert und auch noch erstaunlich gut. Das Erstaunliche ist vielmehr, dass die etwas andere Art von Bildersuche gar nicht so bekannt ist. Dabei wird sie schon seit rund drei Jahren angeboten. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig: Von der Sehenswürdigkeit aus dem Urlaub, an deren Namen Sie sich nicht mehr erinnern können, bis hin zur Recherche nach Plagiaten Ihrer eigenen Fotos – die Suche anhand von Bildern findet fast alles.

Die Bildersuche bei Google dürfte jedem ein Begriff sein. Nicht nur, wenn Sie gezielt Google Bilder aufrufen, sondern auch, wenn Sie in der normalen Websuche nach Begriffen suchen, werden schon seit längerem zusätzlich ein paar Vorschaubilder ausgegeben. Vielen, die sonst eher weniger mit Fotografie oder Design zu tun haben, dürfte die Funktion, dass anhand eines Bildes gesucht werden kann, allerdings neu sein. Die Handhabung ist recht einfach und erinnert dabei stark an die bekannte Android-App Goggles von Google – vermutlich steckt sogar die gleiche Technik dahinter. Mit der App können Sie ein Foto aufnehmen, Google analysiert dieses und spuckt weitere Informationen aus. So wird die App Ihr Foto vom Brandenburger Tor als Brandenburger Tor identifizieren oder im Louvre die Mona Lisa als Mona Lisa – und gibt anschließend relevante Suchergebnisse aus. Diese dezent gruselige App gibt es in der Grundfunktion auch für die normale Google-Suche. Probieren Sie es doch selber mal aus! Die meisten, zumindest gängigsten Browser unterstützen diese Funktion.

Unterstützte Internetbrowser

  • ab Chrome 5
  • ab Internet Explorer 9
  • ab Safari 5
  • ab Firefox 4

So geht’s

Rufen Sie als erstes die Bildersuche von Google auf. Die nächsten Schritte werden jeweils unter den folgenden Bilder erklärt:

Startseite der Google Bildersuche

Wenn Sie im Suchfeld ganz rechts auf die Kamera klicken…

...ein Bild hochladen und danach suchen.

…können Sie anhand eines Bild im Web (via URL) suchen oder…

Nach einer Bild-URL suchen... oder

…auch direkt ein Bild hochladen.

Für einen ersten Test habe ich mir die Mona Lisa von Leonardo da Vinci heruntergeladen und lade die JPG-Datei in die Bildersuche hoch. Damit Google das Bild nicht anhand der Metaangaben wiedererkennt (zu einfach wollen wir es nicht machen), habe ich vorher den Dateinamen in test.jpg umbenannt und die Exif– und IPTC-Daten entfernt. Nach dem Hochladen erscheint eine Ausgabe, die der normalen Suchausgabe recht ähnlich sieht. Ein paar Unterschiede gibt es aber:

Google hat das Bild offensichtlich korrekt erkannt und vermutet korrekt die Mona Lisa in der Bilddatei.

Google hat das Bild offensichtlich korrekt erkannt und vermutet die Mona Lisa in der Bilddatei. Die Suchergebnisse im oberen Teil sind nahezu identisch mit der Ausgabe einer nomalen Suche.

Neben den eigentlichen Informationen über das Bild erscheinen "optisch ähnliche Bilder" und "Seiten mit übereinstimmenden Bildern".

Weiter unten erscheinen „optisch ähnliche Bilder“ und „Seiten mit übereinstimmenden Bildern“, die beide noch detaillierter angezeigt werden lassen können. Der Test war somit erfolgreich.

Wie Sie sehen, ist die Suche anhand von Bildern schnell erledigt und funktioniert zudem erstaunlich gut. Da Google die Daten und Merkmale eines Bildes natürlich kennen bzw. schon einmal indexiert und analysiert haben muss, findet die Suchmaschine vor allem bekannte Sehenswürdigkeiten oder – wie im Testbeispiel – ein Gemälde. Es gibt aber auch andere Einsatzszenarien, die denkbar wären:

Verwendungsmöglichkeiten

  • Den Namen einer bestimmten Sehenswürdigkeit aus dem Urlaub herausfinden.
  • Plagiate eigener Fotos im Internet suchen.
  • Eigene, mit einer CreativeCommons-Lizenz versehene Bilder suchen und ggf. nach legaler Verwendung überprüfen.
  • Farblich, strukturell ähnliche oder leicht abgewandelte Fotos meines hochgeladenen Bildes suchen.
  • Eine höhere oder andere Auflösung meines Fotos finden.
  • Mehr über ein Bild erfahren, das Sie im Internet (anhand einer URL) gefunden haben.

Präsentationsvideo von Google

Datenschutz und Alternativen

Achten Sie beim Upload auf Datenschutz und Urheberrechte, da Sie das Foto Google zur Verfügung stellen und der Dienst Ihr Foto speichert und möglicherweise weiterverwertet. Eine gute und bekannte Alternative zur hier vorgestellten Google-Bildersuche ist TinEye, das rund 5 Milliarden Bilder indexiert hat. Kinnlade wieder hoch. Google hat ein vielfaches davon in seiner Datenbank gespeichert.

Fazit

Anhand eines vorliegenden oder im Web gespeicherten Bildes zu suchen, kann durchaus eine sinnvolle Funktion sein. Sie ist zudem denkbar einfach gehalten und liefert verblüffend gute Ergebnisse.

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