Guten Abend, mal wieder etwas für die Sinne: Der Geschmack. Über ihn lässt sich nunmal streiten, und daher möchte ich mal wieder etwas über die französische Esskultur berichten: Sie essen zwei Mal warm. Mittags und abends. Und das geht mir ziemlich auf den Senkel. Wie ich bereits schrieb, haben die hier kein Brot. Und Wurst habe ich auch schon einige Wochen nicht mehr gesehen, jedenfalls nicht auf meinem „Brot“. Ach, ne leckere Salami auf nem Volkornbrot, das wäre schon schön. Vielleicht kommt ja der ein oder andere von euch auf die Idee, und schickt mir ne leckere Salami aus der Heimat? Meine Jungs mäkeln jeden Tag über das angeblich so schlechte Essen, ABER mein Statement: Dafür, dass für ca. 150 bis 200 Leute gekocht wird, ist es verdammt lecker! Manche Gerichte grenzen schon an Delikatessen. Wirklich. Ihr wisst, ich koche gerne, und den Bund kenne ich auch. Also Hut ab, dass auch das „Kantinen-Essen“ très bien ist.

Kein Rotwein

Seltsam kommt mir nur vor, dass die außer Salz, Pfeffer und „Kräuter der Provence“ kaum andere Gewürze so richtig haben und/oder nutzen. Mir reicht das zum Kochen nicht. Der Kaffeautomat im Lehrerzimmer ist einmalig… jeder Instant-Kaffee aus Automaten, die ich in Deutschland kenne, schmeckt nach Gülle. Der hier wird frisch gemahlen, gebrüht und für 40 Cent ausgegeben. Und für die normalen Kaffee-Maschine gibt’s größtenteils nur Arabica-Kaffee, der ja bekanntlich und normalerweise nur für Espresso-Maschinen verwendet wird. Erstaunlich wenig Wasser trinken sie hier hingegen. Gewiss, zum Essen gibt’s immer Wasserkaraffen, aber sonst ist’s eher nicht die Regel. Zum Dinner gehört der Rotwein. Klar! Leider ist in meinem Projekt der Alkohol verboten. Wäre auch etwas unpraktisch, wenn die Educator den Rotwein schlürfen, und die Klienten (zumindest in meinem „Haus“) zwischen 17 und 20 zuschauen müssten. In einer anderen Schule der gleichen Organisation ist es allerdings Gang und Gebe; dort sind die Schüler aber alle zwischen 11 und 15 Jahre alt.